Mark Helfrich kommt an: Bürgerdialog auf dem Wochenmarkt

Mark Helfrich (von links) und Annegret Mißfeldt hörten sich geduldig die Vorwürfe der 90-jährigen Lisa Schinz zur Asylpolitik der Bundesregierung an. Foto: Uwe Straehler-Pohl (SZ)

Bad Bramstedt. „Is all wedder Wahl?“ Nicht nur die 90-jährige Lisa Schinz zeigte sich am Sonnabend erstaunt, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich aus Dägeling im Kreis Steinburg auf dem Wochenmarkt das Gespräch mit den Bürgern suchte. Zusammen mit Mitgliedern des CDU-Ortsverbandes Bad Bramstedt hatte der junge Abgeordnete, der im September 2013 ins Parlament gewählt worden war, von 7 bis 13 Uhr einen Stand aufgebaut.

„ Ich möchte dem Vorurteil entgegen wirken, Politiker ließen sich nur immer vor Wahlen in ihrem Wahlkreis blicken“, sagte Helfrich, der während seiner sogenannten „Markttour“ in der Sommerpause des Parlaments vier Wochenmärkte in seinem Wahlkreis Steinburg/Dithmarschen-Süd/Bad Bramstedt/Bad Bramstedt-Land besucht.

Die Fragen, mit denen sich die Marktbesucher an ihn wandten, reichten von der großen Weltpolitik über die den Griechenlandhilfen bis hin zu lokalen Themen.

Wer sich auf dem Wochenmarkt den Wählern stellt, hat manchmal einen schweren Stand. „Jetzt lasst Ihr alle rein, ich bin dagegen“, schimpfte Lisa Schinz gegen die Asylpolitik der Bundesregierung. Den Deutschen sei nach zwei verlorenen Weltkriegen auch nicht geholfen worden und schließlich müsse sie auch mit ihrer Rente auskommen, unterstrich sie ihre Meinung. Helfrich und die CDU-Ortsverbandsvorsitzende Annegret Mißfeldt vermieden es, tiefer in die Diskussion mit der alten Dame einzusteigen.

Eine Marktbesucherin aus Lentföhrden griff das Thema Altersarmut auf und machte Mißfeldt und Helfrich deutlich, dass sehr viele Rentner davon betroffen seien. „Die können es sich nicht leisten, auf dem Wochenmarkt einzukaufen“, war ihre Beobachtung. Er wolle dieses Thema im Auge behalten, versprach Helfrich, der im Bundestag dem Sozialausschuss angehört.

„Wir brauchen die S 21 bis zum Jahr 2021 bis nach Neumünster“, war das Anliegen von Olaf Binnewies. Andernfalls würde Bad Bramstedt vom Fortschritt im öffentlichen Nahverkehr abgekoppelt werden, so der Bad Bramstedter. Helfrich versicherte, ohne Versprechungen zu machen, sich mit dem Thema S-Bahn befassen zu wollen.

Obwohl der Kaltenkirchener Harald Hussels in einem anderen Wahlkreis wohnt als Mark Helfrich, war der Vorsitzende des Vereins „Regenbogen“ in Kaltenkirchen zum Bad Bramstedter Markt gekommen. Der von ihm vertretene Verein kümmert sich um Jugendliche und junge Erwachsene, die Hilfen zur sozialen, schulischen oder beruflichen Integration benötigen. „Man muss die Informationen immer weitertragen, da die Jugendlichen, die wir betreuen, nicht nur aus Kaltenkirchen, sondern auch aus den Nachbargemeinden kommen“, erklärte Hussels sein Motiv, mit Helfrich Kontakt aufzunehmen. Der Abgeordnete nahm sich die Zeit, sich über die Arbeit und Probleme des Vereins zu informieren.

Constantin Kaack, Inhaber des Erdbeerhofes in Fuhlendorf, erklärte dem Bundestagsabgeordneten, welche Probleme er mit der gesetzlichen Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf zehn Stunden hat. „Gerade dann, wenn an einem Tag die Ernte besonders gut ist oder ein Kunde noch größere Mengen haben will, wird es problematisch, die vorgeschriebene Arbeitszeit einzuhalten“, beklagte sich der Landwirt. Helfrich antwortete, über Änderungen im Arbeitszeitgesetz werde nach der Sommerpause im Sozialausschuss in Berlin beraten. Auch er sei gegen die strengen Restriktionen.

Auch für eine Bad Bramstedterin, die darauf hinwies, dass an der Umgehungsstraße giftiges Jacobskreuzkraut wachse, hatte Helfrich ein offenes Ohr. Es handele sich schließlich um eine Bundesstraße, also müsse er das Problem aufgreifen und an die zuständige Stelle weiterleiten, sagte der Politiker. Nun will er sich die von der Marktbesucherin genannte Stelle ansehen und Beweisfotos schießen. (Text: Segeberger Zeitung vom 27. Juli 2015)

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